Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention im Paminaraum e.V.
Anerkennung als Umweltverband nach § 3 UmwRG
Während der Verhandlung beim VGH in Mannheim (9-11/2023) zum PFB des Polders Bellekopf/Rappenwört hat der Planträger alles aufgewendet, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Hochwassersituation am Oberrhein klein zu reden.
Die extreme Niedrigwasserphase -eine Folge des Klimawandels- im Sommer 2026 hat u.a. dazu geführt, genau das Gegenteil dessen, was die ökologischen Flutungen bewirken sollen, passiert.
Unter diesen Bedingungen fallen alle bestehenden Auen relativ zügig trocken. Um die daraus resultierenden ökologischen Schäden den Auen zu
reduzieren, ist eine frühzeitige und hinreichned Wiedervernässung notwendig, was bei fehlendem Wasserangebot unmöglich ist.
Nach Einschätzung des BfG (Bundesamt für Gewässerkunde) wird sich an der Niedrigwasserphase auch in den nächsten Wochen nichts ändern.
Unter Berücksichtigung des Klimawandels führt das IRP, wie man jetzt sehen kann, die Planungen in die falsche Richtung.
Der Naturschutz sollte sich Gedanken über die "Rettung" der natürlichen Auen am Rhein machen, auch wie man die Vernässung der Auen unter den Bedingungen des Klimawandels halbwegs stabilieren kann.
Die Aussagen der Beörden und Planern zum Polder Bellenkopf/Rappenwört waren bisher allesamt Fehleinschätzungen, wie folgenden Beispiele belegen.
Der Rhein hat viele Funktionen, eine davon ist der Verkehrsweg für Binnenschiffe.
Um diese Funktion erfüllen zu können benötigt er auch unter den Auswirkungen des Klimawandels -als die wichtigste Wasserstraße Deutschlands- eine ausreichende Wassermenge.
In dem Aktionsplan "Niedrigwasser Rhein" des BMV (Bundesministerium für Verkehr) wird u.a. Folgendes ausgeführt:
"Aufgrund des Klimawandels kann eine Häufung extremer und langandauernder Niedrigwasserereignisse nicht ausgeschlossen werden. Daher muss die Machbarkeit aller wasserbau- und
wasserwirtschaftlicher Optionen zur Sicherstellung zuverlässig kalkulierbarer Transportbedingungen am Rhein, wie z.B. Stau- und Speicherlösungen, ergebnisoffen untersucht werden."
In der extremen Niedrigwasserphase im Sommer 2026 musste die Schiffahrt auf dem Rhein massiv eingeschränkt werden.
Dies kann für Neuburgweier eine ganz andere Fragestellung aufwerfen.
Was vor dem Hintergrund der Planungen zum Polder Bellenkopf/Rappenwört weitgehend in Vergessenheit geraten ist: Die geplante Staustufe Neuburgweier.
Hierzu gibt es
in der völkerrechtlichen Vereinbarung
zwischen Farnkreich und Deutschland eine unmissverständliche Regelung.
Dort heißt es:
(1} Der Bau der Staustufe Neuburgweier wird zurückgestellt. ....
Falls es sich zeigen sollte, daß die in den Artikeln 2 und 3 dieser Vereinbarung vorgesehenen Maßnahmen es nicht ernöglichen, bei Wahrung der Sicherheit und Leichtigkeit der Schiffahrt ...
wird mit dem Bau der Stausnife Neuburgweier umgehend begonnen."
Eine der Bedingungen betrifft die momentan nicht vorhandene ausreichende Fahrrinnentiefe.
Die Niedrigwassersituation zieht einen "Rattenschwanz" an Folgeproblemen nach sich und stellt auch das Konzept der ökologischen Flutungen bei allen Poldern am Oberrhein in Frage.
Im er Tagesschaubeitrag vom
2.8.2026 werden die Auswirkungen allgemeinverständlich beschrieben.
Die Auswirkungen werden in dem Tagesschaubeitrag u.a. wie folgt dargestellt:
Ebenso leiden Bäume wie Silberweiden und Schwarzpappeln. Folgen mehrere Dürrejahre aufeinander, sterben sie ab; Vögel verschwinden. Die Lücken besetzen dann
andere trockenresistentere Arten.
Es passiert dann genau das Gegenteil dessen, was die ökologischen Flutungen bewirken sollen.
Durch die geplanten und gebauen Hochwasserrüchhalteräume werden die Auenflächen am Oberrhein erheblich vergrößert. Wie man diese Flächen bei zunehmenden Niedrigwasserphasen "am Leben erhalten will" wäre zu klären.
Wir hatten bereits in der Klagebegründung im Mai 2021 auf die Prognosen der LUBW zu den erwartbaren Beeinträchtigungen der Auwälder durch den Klimawandel hingewiesen.
Kurz nach Übermittlung unserer Klagebegründung war dieser Beitrag (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/klimawandel-und-an-passung/arten-und-lebensraeume) nicht mehr auf der Homepage der LUBW erreichbar.
Altes deutsches Sprichwort: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Beim Polder Bellenkopf/Rappenwört kommt noch das Thema Staustufe Neuburgweier hinzu. Der Rhein ist eine Bundeswasserstraße. Die Planungshoheit läge deshalb federführend
beim Bundesverkehrsminsterium (BMV) und nicht beim Umweltministerium Baden-Württemberg. Beim BMV stehen auch Stau- und Speicherlösungen auf dem Zettel.
So ist die Situation zur Zeit:
Tagesschau: 11.8.2026
Die natürlichen Rheinauen (zwischen Rastatt und Philippsburg) umfassen eine Fläche von ca. 7500 ha. In den Poldern oberhalb Bellenkopf/Rappenwört (außerhalb der natürlichen Aue) sollen
durch ökolologische Flutungen zusätzlich ca. 5000 ha Auenflächen entsehen, die in und nach solchen Niedrigwasserphasen ebenfalls mit Wasser versorgt werden müssten. Hinzu kommt noch der Wasserbedarf für die Binnenschifffahrt.
Woher soll dann das benötigte Wasser in einer Niedrigwasserphase herkommenm?
Bellenkopf/Rappenwört
Wyhl/Weisweil
Elisabethenwört
Hochwasserdamm Mannheim
Eich/Guntersblum
Der Umweltverband
In der Mitgliederversammlung vom 24.3.2026 wurden wesentliche Ändereungen beschlossen.
Es wurde eine neuer Vorstand gewählt. Er setzt sich aus den den 3 Vorständen des Umweltverbandes und je einem Ortsguppenvorsitzenden aus Dettenheim und aus Mannheim zusammen.
Nähere Informationen findet unten.
Beitrittserklärung
Der Deutsche Wetterdienst hat den Sommer 2026 zusammengefasst und auch eines Ausblick gegeben.
Tagesschau: 31.8.2026
Wie reagiert die Politik auf diese Erkenntnisse? Es bleibt alles beim Alten. Klimaveränderungen werden dort nur in Sonntagsreden thematisiert.
Aktivitäten zum Planfeststellungsverfahren Wyhl/Weisweil
Aktivitäten zum Planfeststellungsverfahren Elisabethenwört
Aktivitäten zum Planfeststellungsverfahren Hochwasserdamm Mannheim
Aktivitäten zum Planfeststetllungsverfahren Eich/Guntersblum
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